Ars Artium
 

Ars Artium

Ars Artium ist ein Improvisationstheater in der Natur. Im Rahmen eines sich entwickelnden Lagerlebens im Mittelaltersetting werden Lerninhalte mit authentischer Lebenserfahrung verbunden. Damit entfällt die Laborsituation des Lernens im Klassenzimmer und ermöglicht einen tiefen und nachhaltigen Lernerfolg. In Ars Artium wird mit allen Sinnen gelernt. Die Schüler bringen Gemein­schaftssinn und Teamgeist ein und erleben ihre Lehrerinnen und Lehrer vorbildhaft in posi­tiver Zusammenarbeit.

Mit viel Begeisterung, doch ohne elektronische Geräte und Maschinen gehen die Spieler täglich ihrer Arbeit in den Zünften nach. Es gibt die Bäckers-, Heiler-, Burgbau-, Fackler-, Bogenbau-, Schuster-, Schneider-, Schmiede-, Hirten- und Reiter-, Wirts-, Kräuter- und Sammler-, Schreiberzunft und die Ritterschule. Jeder Zunft liegt ein eigener Ausbildungsplan zugrunde, der die fachspezifi­schen Bildungsziele beinhaltet und teilweise auch die Konversation in einer fremden Sprache voraussetzt.

Alle Spieler tragen Zunfttücher, auf denen in Symbolen festgehalten wird, welcher Zunft sie angehören, welche Aufgaben sie bewältigt und welche Prüfungen sie abgelegt und welche Rechte sie erhalten haben (z.B. Messertragerecht).

Außerhalb der Zünfte leben die Schüler in Dorfgruppen. In ihnen steht das soziale Zusammenleben im Vordergrund angefangen von der Verpflegung, über die Rück­sichtnahme beim Leben unter einem Zeltdach (Ordnung halten, Nachtruhe,…). Auch spielen lebenspraktische Faktoren hinein wie Körperpflege, selbst Wäsche zu waschen im Fluss, usw.

Das Lagerleben schult und fordert die Schüler: Der Tagesrhythmus ist vor­gegeben (in der Bäckerszunft müssen die Kinder und Jugendlichen selbstständig um fünf Uhr morgens zur Arbeit erscheinen). Es wird über dem Feuer gekocht, in der Feldküche auf ur­sprüngliche Weise das Essen zubereitet, die Dunkelheit mit Kerzen oder Fackeln erhellt, auf Fellen und Decken am Feuer geschlafen.  

Ars Artium ist, soweit möglich, eine in sich schlüssige (und stimmungsvolle) Welt. Es gibt eine eigene Währung, mit der am spielinternen Markt die selbst produzierte Ware verkauft wird. Es gilt Aben­teuer und Turniere zu bestehen und Feste zu feiern. Abends am Lagerfeuer werden Lieder gesungen und Geschichten erzählt.

Nicht immer ist das Leben im Ars Artium mit Freude und Spaß verbunden. Selbstverständlich treten Konflikte auf, gibt es Heimweh oder verlässt manchen zwischendurch die Lust an der Arbeit. An diesen Punkten üben die Kinder und Jugendlichen Durchhaltevermögen, gegen­seitige Unterstützung, Flexibilität und Teamgeist, aber auch lebenspraktische Kreativität, wenn etwas nicht wie geplant läuft. In diesen Krisen sind die Lehrkräfte besonders gefordert, da sie sich als Lernprozessbegleiter anders begreifen müssen. Wer eine Krise durchgestanden hat, erlebt sie als großen Schatz auf den er sich außerhalb des Ars Artiums immer wie­der zurückbesinnen und auf andere Situationen übertragen kann.

Ars Artium befriedigt einerseits das  Bedürfnis nach spielerischem Ausprobieren der Welt. Es findet allerdings in keiner Fantasy-Umgebung statt und ist frei von Magie und Hexerei. Vielmehr sind die Schüler Teil eines Improvisationstheaters, in dem sie reale Fähigkeiten entwickeln und selbst Schriftsteller und Regisseur sind.

 

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