Der Alpenkönig und der Menschenfeind

Aufführung 2018

Klassenspiel der 9. Klasse

Rappelkopf, von Natur aus gutmütig, ist nach einigen schlechten Erfahrungen und aufgrund seiner Überzeugung, dass ihn sein Schwager Herr von Silberkern übervorteilt und arm gemacht habe, zum Menschenfeind geworden. Er glaubt alle Welt, insbesondere alle Mitglieder seines Haushaltes, seine Familie und seine Bediensteten hätten sich gegen ihn verschworen. Selbst Malchen, seine Tochter kann nichts bei ihm ausrichten, da er gegen ihre Verbindung mit dem Maler August ist. Sein Verfolgungswahn gipfelt darin, dass er den Diener Habakuk verdächtigt, ihn im Auftrag seiner Gattin Sophie ermorden zu wollen. Wutentbrannt verlässt er das Haus und sucht die Einsamkeit in einer Köhlerhütte, tief im Wald. Dort begegnet Rappelkopf dem Alpenkönig Astragalus, der ihm anbietet, ihn von seinem Menschenhass zu heilen. Doch erst als ihm seine drei verstorbenen Ehefrauen erscheinen und ein furchtbares Unwetter ihm im wahrsten Sinne des Wortes „den Boden unter den Füßen wegzieht“, stimmt er dem Versuch zu. Astragalus verwandelt sich in Rappelkopf und lässt diesen die Gestalt von Silberkern annehmen – so kehren sie beide in Rappelkopfs Haus zurück. Dieser muss nun erleben, wie sein Ebenbild brutal und ungerecht mit seiner Familie und den Bediensteten umspringt. „Eine Angst hat alles vor mir, dass es eine Freude ist … Ich weiß nicht, ich gefall mir recht gut.“ Doch je länger er seinen Doppelgänger erlebt, desto deutlicher wird ihm sein unmögliches Verhalten. „Ich find doch, dass ich etwas Abstoßendes in meinem Verhalten habe … Ich bin ja ein rasender Mensch! Ich fang' mir ordentlich an, selbst zuwider zu werden.“ Rappelkopf, der versucht, die Bediensteten auszuhorchen, um herauszufinden, wie seine Frau Sophie und Malchen, seine Tochter „wirklich“ von ihm denken, muss feststellen, dass beide unerschütterlich zu ihm halten und weiterhin hoffen, dass sich alles zum Besseren wenden werde. Gerührt von deren Liebe wird ihm langsam bewusst, wie ungerecht er sie behandelt hat. „Überhaupt fängt es bei mir an, etwas Tag zu werden.“