Offener Brief an die Schulgemeinschaft der Freien Schule Glonntal

Rückblick auf 12 Schuljahre unserer Kinder. Verfasst von Birgit Schaldecker, mit dem Versuch Persönliches und doch auch Überpersönliches zusammen zu bringen. Im Juli 2019.

Die Mittelstufenzeit

In der Mittelstufe beschäftigten sich dann mehr und mehr Lehrer mit den Entwicklungsschüben unserer Kinder. Ein tief beeindruckender Elternabend mit Olaf Krahl klingt noch heute in mir nach. Er sagte zu Beginn der 6. Klasse so etwas in der Art zu uns: Bitte liebe Eltern, überlegen Sie sich gut, wie Sie zu der Schule stehen, und zwar jetzt! Sie brauchen für die nächsten Jahre, die da kommen, vollstes Vertrauen in uns und in die Pädagogik dieser Schule. Sie zerstören das, was da kommen mag, mit Ihren Zweifeln und bringen die Kinder in ein unfaires Dilemma, wenn Sie sich nicht hinter die Schule stellen.  Wenn Sie das nicht können, suchen Sie das Gespräch, bemühen Sie sich um Klarheit oder wechseln Sie lieber auf eine Schule Ihres Vertrauens und zwar besser vor der Pubertät als mittendrin. Der Wechsel mittendrin, kann sich sehr erschwerend auf die kindliche Biographie auswirken!

Das saß tief und bewahrheitete sich viele Male in den nächsten Jahren! Es waren tolle Jahre mit dem aufwachenden Verstand unserer Kinder und mit allen Begleiterscheinungen, die da so aufkamen.

Besonders wirkungsvoll für Eltern und Kinder fand ich die Ars Artium Erfahrungen. Die Lebensfähigkeit, die entstand durch die Naturnähe, durch die Medienfreiheit, durch die Grenzerfahrungen durch Erschöpfung, viel körperlicher Arbeit, Spiel, Abenteuer und intensive Gruppendynamik haben ganz sicher tief in die Persönlichkeit unserer Kinder, und in die der Eltern, die sich eingelassen haben,  gewirkt. Viele Jugendliche haben es bis zum Meisterstand geschafft und damit wichtige Kompetenzen erlangt, die vielleicht auch in ihre berufliche Zukunft weisen.  Hier der besondere Dank an Emanuel und Niko Hippe, mit ihren Familien, die es auch für alle Betreuer und Eltern möglich machten, dabei zu sein und sich selbst dabei zu entwickeln.

Das Segeln begann ebenfalls. Von den Vorübungen am Chiemsee in der Grundschule, starteten sie in der Mittelstufe dann nach Elba. In einem Jahr, vielleicht der 10. Klasse, waren die Kinder zum Teil 4 -6 Wochen auf See und legten die Grundsteine für ihre Jugendleiter und Skipperausbildung.

Die Schauspiele der Unter- und Mittelstufe arbeiteten ebenso tief und nachhaltig an der Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen. Auch hier, wie man jetzt an den Früchten in der 12. Klasse sieht, sind sehr ganzheitliche, persönliche und sicher auch bei dem einen oder anderen berufliche Kompetenzen entstanden, die nur der unermüdlichen persönlichen, fachlichen und inhaltlichen Genialität von Frau Martina Amler und Frau Daniela Obermaier zu verdanken sind.