Ausflug der Kunst-Impuls-Klasse

Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche,
Hier wird's Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist's getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.

Johann Wolfgang von Goethe


Der lebendigen Weisheit auf der Spur.

Nur Wenige wissen heute noch was und wer sich eigentlich hinter einer lebendigen "Philosophie" verbirgt. Diesem Rätsel möchte unsere "Kunstimpuls-Klasse "auf den Grund gehen“.

Das Wort "Philosophie" kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus dem Verb "philein" d.h. "lieben" und dem Namen "Sophia", dem eigentlich die Bedeutung "Weisheit" zu Grunde liegt.
Die Suche nach dieser tieferen bzw. höheren Erkenntnis, die niemals fertig und nie intellektuell abstrakt verstehbar ist- und doch immer lebendig neues Interesse und tiefe Lebensfragen entstehen lässt und im lebendigen Denken beantworten kann, diese "Liebe zur Philosophie" hat an unserer Schule die "Kunstimpuls-Klasse" entstehen lassen.
Zum einen hat sie das Ziel eines großen Jahresprojekts zu dem Thema "Der Rolle des Weiblichen in unserer Gegenwart", zum anderen interessiert sie sich mit großem Engagement für diese Art "Philosophie- Kurs", zu dem sich immer mehr Schülerinnen und Schüler seit Mitte des letzten Schuljahres von der 8. bis zur 12.Klasse zusammen gefunden haben.

In einem intensiven Fortbildungskurs vom 17. bis 19.10.2019 arbeiteten wir nun gemeinsam drei Tage. Wir widmeten uns der Entwicklung der "Sophia" in der Kulturgeschichte und mussten natürlich auf diesem Weg die irokeltischen Mysterien und deren geistiges Milieu kennenlernen, liegen doch die Auswirkungen dieser Geistesströmung der Christianisierung u.a. des Chiemgaus und seiner Umgebung zugrunde. So stellten der Besuch der Urschallinger Kapelle bei Prien, in der der "Heilige Geist" in der malerischen Darstellung der Trinität erstaunlicher Weise als weibliches Wesen erscheint und der Besuch der Fraueninsel mit ihrer zauberhaften Atmosphäre Höhepunkte unserer Wanderung durch die Geschichte auf der inneren Suche nach der "Schönheit der lebendigen Weisheit" dar.

Das "Über-Setzen" mit Ruderbooten von dem „Gestade" (der Ortschaft "Gstadt") am Ufer gegenüber der Fraueninsel über das Wasser hin zu einer neuen "Welt", die als Insel urbildhaft erlebt werden kann und auch das Überwinden äußerer Hürden erforderte, wurde so für alle zu einem subtilen Symbol, einer tatsächlich begeisternden Erfahrung, die im Einklang mit der Kunst der musikalischen Arbeit an Klängen und Chören während dieser Jugendtagung eine Ahnung lebendig werden ließ, die Goethe am Schluss seines "Faust" beschreibt: "Alles Vergängliche ist ein Gleichnis, ... das ewig Weibliche zieht uns hinan und damit meinte er schließlich auch das weibliche Wesen der 7 grundlegenden Künste, deren Schicksal er im Faust u.a. beschreibt.

Hartmut Lüling