Aus dem Anfangsunterricht der ersten Klasse der Freien Schule Glonntal
Mit Freude und Stolz blicken wir auf das erste Halbjahr der ersten Klasse in der Freien Schule Glonntal zurück.
Die Einschulung im letzten Jahr im September war für die Kinder ein Schritt in eine unbekannte Welt, sowie gleichzeitig ein Erklimmen der Bühne des Lebens - jedes Kind mehr oder weniger mutig - begleitet von einer leuchtenden Sonnenblume, um dem wegweisenden Märchen „Der goldene Schlüssel“ zu lauschen. Auch die Eltern betraten einen aufregenden persönlichen Lebensabschnitt und gleichzeitig einen Raum für eine wertvolle, ständig wachsende Klassen-/Elterngemeinschaft, die als Mosaiksteinchen (Samenkorn) in einer wunderbaren Schulgemeinschaft mündet.
Mit ihrer Lehrerin beschritten sie erwartungsvoll ihren schönen Klassenraum und nahmen ihn freudig für sich ein. Die allererste Schulstunde begann: Das Märchen wurde zu Ende erzählt und jedes Kind durfte eine „Gerade” und eine „Krumme” mit Kreide an die Tafel malen. Die Individualität der Darstellungen war erstaunlich.
Das war der Beginn der Epoche „Formenzeichnen”. Wie staunten die Kinder, weil die ganze Welt aus „Geraden” und „Gebogenen” besteht! Die Kinder empfanden das innerlich und äußerlich nach, indem sie die „Gerade“ und die „Gebogene“ mit ihren Fingern und Körpern nachzeichneten. Es entstand ein schön gestaltetes Epochenheft mit kreativen Formen. Fortan entdeckten die Kinder mit großer Freude diese Formen sogar in der Natur und in ihrem Klassenraum.
Auch in den folgenden Epochen der Buchstaben und der Zahlen fanden die Kinder die „Geraden” und „Gebogen” wieder.
Fröhlich und wissbegierig nehmen die Kleinen all das Schöne und das Gute der Welt in sich auf und staunen über die Vielfalt der Natur und über all das Wissen, das sie erfahren dürfen und gierig in sich aufnehmen - ganz ohne Druck oder Leistungskontrolle - in ihrem eigenen Tempo.
Gabriela Kirchhoff




